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Microsoft Virtualisierung – eine 360°-Betrachtung
Virtualisierung ist ein breit gestecktes und sehr stark fokussiertes Thema. Allerdings ist darunter nicht nur die Virtualisierung von Servern im Rechenzentrum gemeint.
Microsoft spricht von einer 360°-Virtualisierung, da sie mehere Bereiche umfasst
Hier rutschen wir auch in das Thema Desktop-Optimierung. Dazu gibt es eine aktuelle Studie von TechConsult, die hilft, das „Alles aus einer Hand"-Prinzip führt zu Kosteneinsparungen zu untermauern.
Microsoft und Citrix - V-Alliance
Im Rahmen der V-Alliance 2.0 bieten Citrix und Microsoft ihren Resellern Kombi-Lösungen, Mengenrabatte und spezielle Lizenzmodelle aus einer Hand. Auch die bereits existierende All-In-One-Offensive mit Citrix ist nun Bestandteil des V-Alliance Angebots an Partner. Für das V-Alliance-Programm kann sich jeder von Citrix und Microsoft zertifizierte Händler direkt auf der V-Alliance-Website anmelden.
Um ein offiziell zertifizierter V-Alliance-Händler zu werden, müssen einige bestimmte und von beiden Unternehmen definierte Trainings und Zertifizierungen nachgewiesen werden. Eine weitere Voraussetzung sind Projektnachweise. Erfüllt ein Partner diese Kriterien, erhält er ein von beiden Firmen gezeichnetes V-Alliance-Zertifikat. Die Kriterien lassen sich auf der V-Alliance-Partner-Seite im Detail nachlesen. Aktuell sind die kombinierten Produkte bei ADN, Arrow ECS und LWP erhältlich.

Zunächst mal ein paar Grundbegriffe erklärt:
Applikationsvirtualisierung mit Microsoft Application Virtualization (App-V 4.6)
Quelle: Artikel auf Microsoft TechNet
Diese Technologie hat Microsoft übernommen als die Firma Softricity gekauft wurde. Das Produkt hieß damals Softgrid. App-V ist enthalten im Microsoft Desktop Optimization Pack MDOP und gehört zur System Center Familie.
Die Idee ist, eine Anwendung eben nicht mehr lokal zu installieren, so dass Daten in die Betriebssystem-Umgebung (z.B. Registry) geschrieben werden. Die Anwendung wird stattdessen virtualisiert, also in einer eigenen virtuellen Blase ausgeführt. Damit ist sie isoliert vom Betriebssystem, allerdings auch von anderen "Blasen", so dass derzeit nicht einmal die Zwischenablage zwischen App-V-Anwendungen verwendet werden kann. (Dies soll jedoch mit Dynamic Virtual Application Interaction behoben werden).
Mit App-V kann ein Benutzer von einem beliebigen Desktop auf seine Anwendungen zugreifen (Roaming-Benutzerumgebungen).
Die Anwendungen werden bei Bedarf bereitgestellt bzw. auf den Desktop gestreamt, werden jedoch so dargestellt, als wären sie tatsächlich lokal installiert.
Die Plattform besteht aus einigen Hauptkomponenten: Sequencer, Datenbank (= SQL Server 2008), Clients, Verwaltungsserver, Streamingserver und Verwaltungskonsole.
Es stehen zwei Arten von App-V-Clients zur Auswahl: der Terminalserver-Client und der Desktop-Client.
In jeden Fall muss der Client auf jedem Desktop und Terminalserver installiert werden, auf dem virtuelle Anwendungen bereitgestellt werden sollen.
Der Client belegt nur relativ wenig Speicherplatz. Er installiert einen Treiber und wird als Symbol in der Taskleiste angezeigt. Der Client stellt eine Liste verfügbarer virtueller Anwendungen vom App-V-Verwaltungsserver zusammen und erlaubt das Starten. App-V 4.5/4.6 unterstützt die Protokolle HTTP und HTTPS für das Streaming auch über das Internet.
Alle Daten, die dem Client übermittelt werden, befinden sich in einer lokalen Cachedatei auf dem Gerät, und jeder nachfolgende Start der Anwendung erfolgt aus dem lokalen Cache heraus, wodurch zusätzlicher Netzwerkverkehr vermieden wird. Der Client ermöglicht der virtuellen Anwendung allerdings den Zugriff auf das lokale Dateisystem, wenn Dateien gespeichert und bearbeitet werden, und er ermöglicht der Anwendung auch die Interaktion mit lokalen Diensten (z.B. Drucken), sofern der Benutzer die entsprechenden Berechtigungen auf dem lokalen System besitzt.
Jegliche Änderungen, die eine virtuelle Anwendung an den Dateien im lokalen System und an der Registry vornimmt, werden jedoch an die virtualisierte Umgebung umgeleitet, damit das Hostgerät unverändert bleibt.
Um die Vorteile von App-V nutzen zu können, müssen Sie virtuelle Anwendungspakete erstellen. Hier kommt der App-V-Sequencer ins Spiel. Der Sequencer ist ein assistentengestütztes Tool, mit dem Sie als „Verpacker“ durch das Verfahren der Installation einer Anwendung und ihrer Transformation in eine virtuelle Anwendung geführt werden.
App-V lässt sich mit dem Microsoft System Center Configuration Manager kombinieren (App-V 4.5 SP1 is compatible with ConfigMgr 2007 R2 SP1 or SP2).
Microsoft Application Virtualization (App-V) 4.6 (Februar 2010) bietet folgende Verbesserungen und neuen Features für den App-V Desktop Client, Client for Remote Desktop Services und App-V Sequencer:
HINWEIS:
Microsoft benennt Applikationen, die sich nur mit höherem Aufwand oder gar nicht virtualisieren lassen. Die folgende Liste dürfte auch für andere Virtualisierungsprodukte gelten:
Wettbewerbsprodukte: VMware ThinApp, Symantec Altiris SVS, Citrix XenApp.
App-V 4.6 beinhaltet neben einigen Verbesserungen der Benutzeroberfläche vor allem eine Funktionalität, die von vielen Benutzern und Administratoren dringend benötigt wird: die Unterstützung von 64bit-Applikationen.
App-V ist eine hervorragende Lösung für Unternehmen, die nicht-kompatible Anwendungen für Windows 7 verwenden!
Eine neue Microsoft-Studie zur Anwendungsvirtualisierung ergab, dass Kunden mit Microsoft App-V um 27 Prozent weniger Arbeitszeit im Bereich des Anwendungs-Lebenszyklus-Managements benötigen.
Dies entspricht einer Ersparnis von jährlich 82 US-Dollar pro PC im Vergleich zu Unternehmen ohne Applikationsvirtualisierung. Die Studie zeigte auch, wie sich mit Microsoft App-V Anwendungen schneller und effizienter bereitstellen lassen.
Desktop-Virtualisierung mit Virtual Desktop Infrastructure (VDI)
VDI ist eine zentralisierte Desktopbereitstellungsarchitektur und erlaubt es Unternehmen, die Speicherung, Ausführung und Verwaltung eines Windows-Desktops im Rechenzentrum zu zentralisieren.
Dabei läuft das Client-Betriebssystem in einer virtuellen Maschine auf dem Server (Server-based Virtualization), die Kommunikation mit dem Endgerät erfolgt wie bei einer Terminal Server-Verbindung per Remote Desktop Protokoll.
Eine weitere Möglichkeit kann darin bestehen,die virtuellen Desktop-Maschinen auf Client-Hardware zu deployen (Client-hosted Virtualization bzw. Offline Desktop).
Da Windows 7 von einer .VHD-Datei (darin ist die Virtuelle Maschine enthalten) booten kann, entstehen neue Szenarien für ein effizientes Desktop Deployment. Hier gibt es eine Anleitung, wie man einen .VHD-Boot installiert (nicht von uns).
Windows Server 2008 R2 kommt mit VDI Services, darin ist zum einen die Möglichkeit definiert, Virtuelle Maschinen zentral zu verwalten (nur auf Hyper-V) und ein Connection Broker (bei den Terminal Services hieß dieser Dienst Session Broker). Der Connection Broker hat die Aufgabe, eine Instanz einer Virtuellen Maschine einem anfragenden User zuzuweisen und entsprechend eine Lastverteilung zu organisieren.
Dieses DemoVideo gehört zu unseren Learning Snacks.Sie können es in verschiedenen Varianten downloaden (z.B. unvertont und ohne skilllocation Logo).
Der Microsoft Connection Broker verfügt nicht über alle nötigen Funktionen, die in größeren Umgebungen benötigt werden. z.B. kann er kein automatisches Provisioning, also das automatische Verschieben von VMs im laufenden Betrieb (Live Migration löst diese Anforderung nur teilweise, da nur 1 VM pro Zeitpunkt verschoben werden kann und dies derzeit manuell angestossen werden muss).Hier kommt die Zusammenarbeit mit Citrix XenDesktop ins Spiel, analog zur Zusammenarbeit mit Citrix bei Terminal Services.
Auch Quest bietet hier partnerschaftlich Erweiterungen an.
Die Idee ist, durch das zentrale Management Verwaltungskosten zu sparen. Klar muss aber sein: die Maschinen können nur zentral verwaltet werden, wenn sie identisch sind und es werden entsprechend hohe Server-Ressourcen benötigt.
Ebenfalls seit 1. Juli 2010 bekommen Kunden von Windows Client Software Assurance und Neukunden von Virtual Desktop Access-Lizenzen das Zugriffsrecht auf ihre virtuellen Windows Desktop- und Microsoft Office-Anwendungen unter VDI-Technologie auch für sekundäre, externe Geräte wie Heim-PCs und Kiosks.
Citrix Systems und Microsoft arbeiten zusammen, um High-Definition HDX-Technologie in Citrix XenDesktop zu integrieren. Damit wird auch die Microsoft RemoteFX-Plattform erweitert.
Mit Service Pack 1 für Windows 7 (und Windows Server 2008 R2) kommen zwei neue Features hinzu:
Wettbewerbsprodukte:
VMware View setzt derzeit noch Infrastructure 3 voraus, das aktuelle vSphere 4 wird erst mit Version 4 unterstützt.
Virtualisierung für Desktops
Manchmal wird unter Desktop-Virtualisierung auch verstanden, dass auf einem Desktop-Client eine Virtuelle Maschine erstellt und ausgeführt werden kann, also ohne zentrales Management.
Betriebssysteme in virtuellem Maschinen eignen sich, um in abgeschotteten Umgebungen zu testen, die Sicherheit beim Web-Surfen zu erhöhen oder einfach Programme ausführen zu können, die für das Hauptsystem nicht zur Verfügung stehen.
Das wäre im Fall Microsoft zum einen die alte Variante Microsoft Virtual PC 2007 oder neu Microsoft Windows Virtual PC. Beide sind kostenlos. Windows Virtual PC läuft nur auf Windows 7 und unterstützt USB 2.0, Copy&Paste zwischen Host und Gast, 3D-Grafik, Shared Folders, Multithreading für Gäste, nahtlose Integration von Gast-Anwendungen in das Startmenü des Hosts. (Siehe auch XP-Modus!).
Hier gibt es Wettbewerber:
Microsoft Virtual Enterprise Centralized Desktop (VECD)
Zu Zeiten Windows Vistas stand das "V" für Vista, das hat sich mit dem Erscheinen von Windows 7 geändert.
Windows VECD ist ein gerätebasiertes Jahresabonnement, welches dem Unternehmen Ihres Kunden ermöglicht, virtuelle Kopien von Windows 7 (oder früherer Betriebssystem-Versionen) für eine Vielzahl von Anwendungsszenarien zu lizenzieren.
VECD stellt zwei grundsätzliche Bereitstellungsoptionen zur Verfügung: Statisch und dynamisch. Kunden mit einer weniger stringenten Verwaltung können sich für eine statische Bereitstellung entscheiden. Kunden mit umfassend verwalteten Umgebungen können außerdem dynamische Topologien nutzen.
VECD kann zum einen für PCs, zum anderen für Thin Clients verwendet werden und bedeutet, der Kunde zahlt eine Lizenzgebühr für das Ausführen einer virtuellen Maschine bzw. Instanz von Windows 7.
Neu ab 1.7.2010:
Ab 1. Juli 2010 müssen Kunden von Windows Client Software Assurance nicht mehr separate Lizenzen für das Windows-Betriebssystem innerhalb einer VDI-Umgebung kaufen. Zugangsrechte für den virtuellen Desktop sind dann in Software Assurance enthalten.
Microsoft Enterprise Desktop (MED-V)
Mit der Enterprise Desktop Virtualization werden Betriebssysteme als zentral verwaltete virtuelle Maschinen auf dem Server eingerichtet. Dadurch werden Updates erleichtert und Mitarbeiter haben von überall, auch unterwegs mit dem Notebook, Zugriff auf ihren Arbeitsplatz.
MED-V ist enthalten im Microsoft Desktop Optimization Pack MDOP.
Virtual PC und MED-V gemeinsam
Zusammen mit Virtual PC 2007 bietet MED-V (ehemals Kidaro) eine Client-gehostete Desktop-Virtualisierungs-Lösung.
MED-V erweitert Virtual PC um vier zusätzliche Komponenten:
Im Infobereich von Windows wird ein Symbol für MED-V angezeigt. Man sieht aber keine Virtuelle Maschine laufen, da die Anwendungen selbst als Fenster integriert sind.
Erstellt werden die Virtuellen Maschinen mit Virtual PC und dann über die Management-Konsole von MED-V hochgeladen in das Repository auf dem Server.
MED-V und Windows 7
Die Handhabung aber auch die Architektur von MED-V erinnern stark an Windows Virtual PC und den XP-Modus von Windows 7 und dienen ebenso der Kompatibilitäsproblematik. So werden wohl hauptsächlich Windows XP-VMs auf Windows Vista oder Windows 7 Hosts zum Einsatz kommen.
Und richtig, die Version 2 von MED-V unterstützt auch Windows 7. Damit lässt sich dann auch dessen Windows-XP-Modus zentral administrieren.
Präsentationsvirtualisierung - Remote Desktop Services (RDS)
Mit dem Windows Server 2008 R2 werden die Terminal Services umbenannt zu Remote Desktop Services. Dies hat mehrere Gründe.
Neben Terminal Server Sessions und Remote Applications (RemoteApps) sind nun auch Hosted Desktops verfügbar.
Neu in Hyper-V 2.0 ist nämlich die Möglichkeit, Desktops in einer virtuellen Umgebung zur Verfügung zu stellen.
Microsoft hat Calista Technologies gekauft, diese werden weitere Grafikverbesserungen in das RDP-Protokoll integrieren.
Sollten Kunden heute schon erhöhte Anforderungen an das Grafikssystem innerhalb von Remote Desktop haben, dann bieten sich Zusatzlösungen von Quest "EOP" oder Wyse "TCX" oder Ericom "Blaze" an.
Übrigens heißt auch die TS CAL nun RDS CAL.
Server-Virtualisierung (Hyper-V)
Hyper-V virtualisiert die Systemressourcen eines physischen Computers und stellt damit eine Virtualisierungsplattform dar, die es Kunden ermöglicht, mehrere Betriebssysteme auf einem physikalischen Server zu konsolidieren.

Die Grafik ist aus einem Microsoft Partner Programm zwölfseitigem und deutschsprachigen Partnerleitfaden Servervirtualisierung.
Dieses DemoVideo gibt es als Learning Snack Servervirtualisierung mit Microsoft Hyper-V zum Download.
Typischerweise wird Hyper-V zur Virtualisierung von Servercomputern genutzt. Gelangt Hyper-V zusammen mit Virtual Desktop Infrastructure (VDI) zum Einsatz, dient Hyper-V zur Virtualisierung von Clientcomputern.
Hyper-V ist integraler Bestandteil der x64-basierten Versionen von Windows Server 2008. Ist aber auch verfügbar als Standalone Server: Microsoft Hyper-V Server und kann virtuelle 32-Bit- und 64-Bit-Computer ausführen.
Dieses Online Training (skilll-deal 2011) zeigt die Lizenzierung der verschiedenen Windows Server Editionen zur Virtualierung auf: Windows Server in virtuellen Umgebungen – welche Edition ist die beste Lösung für den Kunden?
Mit Windows Server 2008 R2 kommt Hyper-V 2.0, dessen wesentliche Neuerung darin besteht Live Migration zu unterstützen, also das Verschieben einer laufenden Virtuellen Maschine von einer Hardware auf eine andere, ohne Ausfallzeiten.
Erfordert Hardware mit Virtualisierungs-Unterstützung: Intel VT oder AMD-V, was aber Serverseitig kein Problem darstellen sollte, da die meisten Server seit Jahren so ausgeliefert werden.
Marktzahlen
Magic Quadrant for x86 Server Virtualization Infrastructure

Hyper-V ist SAP zertifiziert, weitere Infos hier.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die Microsoft Windows Serer 2008 Hyper-V Rolle nach dem Common Criteria EAL 4 Standard zertifiziert. Infos hier.

Verwaltet durch Microsoft System Center Virtual Machine Manager VMM bringt Hyper-V erweitere Vorteile:
Hyper-V unterstützt den Cross-Plattform-Ansatz: so können Linux-Systeme als Virtuelle Maschinen laufen und vom VMM gemanaged werden, aber auch mit VMware virtualisierte Windows Server lassen sich unter einer Oberfläche verwalten. Dazu gibt es kostenlos die Linux Integration Services 2.1 for Windows Server 2008 Hyper-V R2, um die Unterstützung für Linux-basierte virtuelle Maschinen zu verbessern. Diese Version der Integrationsdienste für Hyper-V unterstützt Novell SUSE Linux Enterprise Server 10 SP3, SUSE Linux Enterprise Server 11 und Red Hat Enterprise Linux 5.2 bis 5.5. Der 2.1-Release enthält Treiberunterstützung für synthetische Geräte, Fastpath-Boot-Unterstützung für Hyper-V, Zeitsynchronisation, integrierten Shutdown, Symmetric Multi-Processing (SMP) Support bis vier Prozessoren, Heartbeat und Pluggable Time-Source. Die Treiber gibt es in verschiedenen Sprachen.
Hier finden Sie Informationen (EN) wie Sie VMware-Kunden von Microsoft Virtualisierung überzeugen:
Auch Microsoft selbst hat seine Rechenzentren konsolidiert und zentralisiert durch Servervirtualisierung. Hierzu gibt es eine englisch sprachige Case Study: How Microsoft IT Reduced Operating Expenses Using Virtualization.