In einem Satz

Microsoft Exchange Server 2016 erweitert Exchange um eine umfangreiche Sammlung neuer Technologien, Funktionen und Dienste. Ziel ist es, Benutzer und Organisationen bei der Änderung ihrer Arbeitsgewohnheiten zu unterstützen, deren Schwerpunkt sich von der Kommunikation weiter auf die Zusammenarbeit verlagert. Exchange 2016 beinhaltet mehr Cloud-Funktionen und ist enger mit Office 365 verbunden, benötigt aber mindestens einen Windows Server 2012 R2.

Ausführliche Beschreibung

Ganz nach der Strategie Cloud First, haben Kunden, die Exchange Online nutzen, einige Funktionen bereits schon länger im Zugriff. Nun sind diese auch On-Premise mit der Version Exchange 2016 verfügbar.

Die neue Exchange-Version baut auf den Funktionen auf, die mit Exchange 2013 eingeführt wurden, und verbessert und erweitert diese – wie zum Beispiel Data Loss Prevention, verwaltete Verfügbarkeit, Auto-Recovery bei Storage-Problemen oder das webbasierte Exchange Admin Center. Interessante neue Möglichkeiten finden Sie darüber hinaus in folgenden Bereichen:

  • Vereinfachtes Deployment: Verbesserungen bei der Architektur vereinfachen die Planung und Skalierung von On-Premise- oder hybriden Deployments. So kommt Exchange 2016 mit nur 2 Rollen aus.
  • Hochverfügbarkeit: Verbesserungen bei Stabilität, Performance und Neuerungen wie Database Divergence Detection sorgen für eine noch höhere Verfügbarkeit.
  • Zusammenarbeit: Exchange 2016 bringt einen neuen Ansatz in Sachen E-Mail-Attachments mit sich. Es können nun z.B. Dokumente als Link zu SharePoint 2016 oder OneDrive for Business angehängt werden, sodass Empfänger immer auf die aktuellste Version Zugriff haben.
  • Weitere Neuerungen: Außerdem sind noch Verbesserungen bei Outlook on the Go, eine intelligentere Inbox, bessere Erweiterbarkeit und eine neue Architektur der Suche bei den Neuerungen zu nennen.

Auf Exchange 2016 kann direkt von Exchange 2013 und auch von Exchange 2010 migriert werden. Es wird aber wohl die letzte Version sein, zu der sich von Exchange 2010 direkt migriert werden kann.

Derzeit gibt es einen Englisch sprachigen Product Guide von Microsoft, der recht interessant ist:

Wichtigste Funktionen / Features

Exchange Server 2016 – Neue Funktionen

  • Rollen
    Für Exchange 2016 wurde die Anzahl der Serverrollen auf zwei reduziert: die Serverrollen „Postfach/Mailbox“ und „Edge-Transport“. (Der Postfachserver in Exchange 2016 enthält alle Serverkomponenten der Exchange 2013-Postfach- und Clientzugriffsserverrollen: Clientzugriffsprotokolle, Transportdienst, Postfachdatenbanken und Unified Messaging.)
    In Exchange Server 2016 gibt es keine Client Access Server (CAS) mehr.
  • Data Availability Groups DAG
    Exchange Server 2016 setzt in Sachen Hochverfügbarkeit weiterhin auf die DAGs. Diese lassen sich allerdings leichter erstellen und verwalten und die Geschwindigkeit bei der Replikation zwischen verschiedenen Servern einer DAG wurde deutlich erhöht (Die Performance soll sich im Fall eines Failovers bis zu 33% steigen).
  • Unterstützung von ReFS
    Microsoft emfiehlt das neue Dateisystem unter Exchange 2016. Das Resilent File System wurde von Microsoft mit Windows Server 2012 eingeführt.
  • Suchfunktion
    Hier wurde vor allem die Zeit der Suche verbessert, so dass auch bei langsamen Verbindungen die Outlook oder OWA-Suche erheblich schneller von statten geht.
  • MAPI/HTTP-Protokoll
    Früher konnte ein Outlook-Client über RPC/TCP oder RPC/HTTP (Outlook Anywhere) angebunden werden. RPC/TCP gibt es nicht mehr. Dh Outlook Clients, die hierüber angebunden sind, müssen entweder das Protokoll ändern, um auf Exchange 2016 zuzugreifen, oder upgedatet werden. Outlook 2007 kann also nicht auf Exchange 2016 Postfächer zugreifen!
    Outlook 2016 arbeitet mit dem MAPI/HTTP-Protokoll, selbiges ist sicherer und schneller.
  • Schnittstelle REST
    Die für Office 365 eingeführte REST-API ist nun auch in Exchange Server 2016 integriert und erlaubt Entwicklern Apps für Outlook bzw. OWA zu erstellen.
  • Exchange Web Services EWS
    Eine Schnittstelle für Erweiterungen von Exchange z.B. für Drittanbieter-Lösungen.
  • Office Online Server OOS
    Der Office Web App Server wird umbenamt in Office Online Server. Hierüber wurden bislang Word, Excel, PowerPoint und OneNote im Browser aufbereitet. Einzig Outlook Web App lief noch separat. Nun werden auch OWA-Attachments im Browser via OOS umgesetzt.
  • Data Loss Prevention DLP
    Diese Funktion wurde erweitert und dient damit den Datenschutz von personenbezogenen Daten wie zb. Kreditkartennummern. DLP erkennt mehr Datentypen und lässt sich mit Drittanbieter-Tools koppeln, um besondere Daten und Transportwege zu erkennen. Dabei wurde auch die eDiscovery-Suche verbessert und kann über mehrere Server hinweg laufen.

Die Architektur

Hybride Architektur

In einer hybriden Exchange Umgebung lassen sich z.B. On-Premise Postfach-Server lokal beim Kunden installieren, aber erweiternde Dienste in der Cloud wie Exchange Online Protection oder Online Archivierung, Azure Rights Management oder Online Encryption (z.B. Exchange Online Plan 2) kombinieren. Hier kommt nun auch ATA hinzu. ATA steht für Advanced Threat Analysis und ist u.a. auch Bestandteil der Enterprise Mobility Suite. Und: Cloud-basierte DLP (Data Loss Prevention).

Outlook Web App – Neue Funktionen – Neuer Server!

Zunächst das schlimmste: es gibt mal wieder einen neuen Namen. OWA stand mal für Outlook Web Access, dann hieß es Outlook Web App und alle Office Anwendungen im Browser wurden umbenamt in Office Online. Nur Outlook im Browser nicht. Es heißt jetzt: Outlook on the Go bzw. Outlook on the Web / Outlook im Web (und wird vermutlich dann OiW abekürzt???).

  • Neue einzeilige Postfachansicht mit optimiertem Lesebereich, Archivierung, Emojis und der Möglichkeit, Postfachaktionen wie das Löschen einer Nachricht oder Verschieben einer Nachricht rückgängig zu machen
  • Verbesserte HTML-Darstellung
  • Verbesserte Anzeige auf Smartphones und Tablets
  • Inline antworten
  • Neuen Termin für Besprechungen vorschlagen
  • Verknüpfen von Kontakten, sodass Benutzer ihre Kontakte aus LinkedIn-Konten hinzuzufügen können.

OWA (wir nennen es einfach erstmal weiterhin so) benötigt nun den Office Web App-Server, der aus SharePoint heraus entstand. Damit sind alle Office-Anwendungen im Browser über diesen Server umgesetzt. Auch der Office Web App Server muss daher eine neue Version sein, und diese heißt Office Online Server 2016.

Für SharePoint 2016 und Exchange 2016 ist der OOS erforderlich, aber komplett kompatibel mit SharePoint 2013.

Unterstützte Webbrowser für Outlook im Web in Exchange 2016 sind Microsoft Edge, Internet Explorer 11 und die aktuellen Versionen von Mozilla Firefox, Google Chrome und Safari

 

Outlook 2016 – Neue Funktionen

Clutter, E-Mail-Anhänge etc. siehe hier: https://www.skilllocation.com/office-2016.html

Attachments, die auf SharePoint oder SharePoint online liegen, werden automatisch als URL auf die aktuelle Version versendet. Interessant ist das kleine Cloud-Symbol des Dokuments sowie die Rechtemöglichkeit (RMS):

Microsoft bietet zu Outlook (in den verschiedenen Versionen) Online Schulungen.

Typische Themen – Typische Fragen

Exchange Server 2016 lassen sich problemlos in Exchange Server 2010/2013 Landschaften integrieren. Ältere Versionen jedoch, also Exchange Server 2003/2007 müssen eine neue Exchange-Organisation aufbauen, die aber im gleichen Active Directory installiert werden kann. Es lässt sich sogar eine DAG mit Exchange 2013 und Exchange 2016 mischen.

Die Domänencontroller müssen mindestens auf Basis von Windows Server 2008 R2 laufen. Exchange 2016 selbst kann nicht auf einem Domain Controller installiert werden und benötigt selbst als Betriebssystem einen Windows Server 2012 und höher.

Systemanforderungen
  • Exchange 2016 benötigt einen Windows Server 2012 / R2 und Windows Server 2016
  • Die Domänencontroller müssen mindestens auf Basis von Windows Server 2008 R2 laufen
  • Exchange 2016 unterstützen mindestens Outlook 2010 mit KB2965295, Outlook 2013 oder Outlook Mac 2011 oder neuere Clients (natürlich auch Outlook 2016)
  • Für Outlook on the Web wird ein Browser benötigt wie Microsoft Edge, Internet Explorer 11 und die aktuellen Versionen von Mozilla Firefox, Google Chrome und Safari

Geändert am: 20. November 2016 von Carola Pantenburg