In einem Satz

Windows 8.1 ist tatsächlich mehr als ein Service Pack – es ist eine neue Version!

Ausführliche Beschreibung

Genau 1 Jahr nach Erscheinen von Windows 8 folgt Windows 8.1. Am 18. Oktober 2013 war es global verfügbar.

Preise und Editionen sind wie bei Windows 8. Ein großer Unterschied ist allerdings: Windows 8.1 wird es im FPP-Kanal auch als Vollversion geben. Dies ist z.B. für die Hyper-V Virtualisierung oder für eine Installation auf einer zweiten Festplatte interessant.

Zur Windows 8.1 Enterprise Edition mit und ohne SA haben wir ein skilll-deal Webinar (2014, #16)  erstellt:

Auf den Microsoft Seiten findet sich eine Übersicht der Funktionsunterschiede hier:  http://www.microsoft.com/de-de/windows/enterprise/products-and-technologies/windows-8-1/compare/default.aspx

Windows 8.1 Pro Kunden können das Pro Pack (u.a. Windows Media Center) für 9,99 $ (UVP, US) kaufen.

Windows 8.1 hat die interne Versionsnummer 6.3. Dies bedeutet, dass es ein Minor Update, allerdings auch kein Major Release ist. Und es bedeutet vor allem, dass es kein Service Pack ist, sondern mehr!

Es wird eine kostenlose Update-Version sein, aber nicht, wie ein Service Pack drüberinstalliert werden, sondern wie bei einem Upgrade müssen alle Anwendungen neu installiert werden. Dies bedeutet für Unternehmen ein neues Deployment, eine Änderung des Images etc.

In einem skilll-deal Webinar haben wir die Änderungen und Neurungen verarbeitet und für Microsoft habe ich ein DemoVideo erstellt:

Windows 8.1 Update (auch Feature Pack oder Update 1 für Windows 8.1)

Am 8.4.14 erscheint ein Update für Windows 8.1, welches über Windows Update automatisch installiert wird und einige Neuerungen und Änderungen bringt.

Privatanwender müssen das Update 1 bis 12.6.14 installieren (geschieht automatisch über Windows Update). Geschäftskunden haben bis 12.8.14 Zeit)

  • Apps werden wie Fenster in der Taskleiste angezeigt, haben eine Titelleiste samt Menü, können also über das Fenster-X geschlossen werden und sind per Alt-Tab erreichbar und andersrum wird die Taskleiste, zB. mit Windows+T auch im Kachelmenü eingeblendet
  • Der Store ist in der Taskleiste verankert, Store-Apps können hinzugefügt werden
  • Es gibt eine rechte Maustaste im Kachelmenü sowie einen Herunterfahr-Button und einen Such-Button (den finde ich besonders cool: alle Leute, die noch nicht wissen, dass  man einfach lostippen kann, können jetzt auch einen Klick mehr machen, um die Suche zu starten…)

Interessanterweise zählt das Update die Versionsnummer nicht hoch. Diese bleibt also bei 6.3.9600. Es sind also eher Hotfixe und weder ein Service Pack noch eine neue Version.

Der Enterprise Modus für Internet Explorer EMIE 11 ist eine Art Kompatibilitätsmodus für Websites, die auf dem Internet Explorer 8 beruhen. Er wird per Gruppenrichtlinie verwaltet, ist also nur für Unternehmen gedacht.

Für Smartphones und Tablets mit Bildschirm-Diagonalen kleiner als 9 Zoll wird es künftig eine kostenlose Windows-Edition geben. Und für Internet-of-Things-Geräte soll es ebenfalls eine lizenzfreie Version geben.

Außerdem führt Microsoft das Entwickler-Modell Windows Universal Apps ein, dh. alle Apps, ob für Windows 8, Windows Phone oder xbox haben ein einheitliches Programmiermodell.

 

Wichtigste Funktionen / Features

Neue Funktionen für die Bedienung

  • Der Startbutton: Juchu, wieder da. (no further comment)
  • Das Startmenü mit den Live-Kacheln bleibt allerdings. Aber mit unterschiedlich großen Kacheln (drei Größen statt zwei)
  • Durchbooten in den Desktop und Navigation
  • Mehrfach Snaps der Apps (bis zu drei „Fenster“ pro Monitor)
  • Suche: bing ist als Suchmaschine noch weiter integriert worden. Ein direktes Tippen im Startmenü sucht automatisch in Apps, Dateien, Anwendungen und im Internet

Neue Funktionen für die Administration

  • Das Startmenü kann per PowerShell angepasst werden
  • Neue Gruppenrichtlinien, auch für Usability (um z.B. in den Desktop durchzubooten)
  • Integrierte VPN-Lösungen verschiedener Hersteller nativ enthalten (Zur Zeit: F5, Juniper, Check Point, Dell, SonicWall, Microsoft VPN). Diese VPN Clients können via PowerShell oder Windows Intune verwaltet werden.
  • VPN ist auto-triggered (dh die Anwendung ruft die VPN-Verbindung auf)
  • Integriertes Wireless Printing (NFC). Alte Drucker können mit einem NFC-Tag versehen werden.
  • Miracast: Wireless-Anbindung von Displays und Beamern über NFC und Miracast, einem neuen offenen Standard für die drahtlose Anbindung von Bildschirmen und Beamern unterschiedlicher Hersteller für Videos mit H.264 Full-HD-Auflösung (1080p) sowie Advanced Audio Coding (AAC) und Dolby Advanced Codec 3 (AC3) für Audio und Ton bis Raumklangkonfiguration 5.1.
    Miracast muss auf beiden Seiten einer Verbindung vorhanden sein. Eine Sichtverbindung zwischen Miracast-Sender und -Empfänger ist nicht erforderlich. Es ist ein Wettbewerbstandard zu Apples Airplay oder Intel Wireless Display (WiDi) und wurde von der WiFi-Alliance festgelegt.
    Der Datentransport erfolgt dabei ebenso wie bei WiDi über eine WLAN-Verbindung per WiFi Direct, setzt also keinen Access Point oder Heimnetz voraus. Der Stream ist WPA2-verschlüsselt und nutzt allerdings nur 802.11n.
    Es wird kein Miracast-Logo geben, es soll das „WiFi Certified“-Logo und dessen Voraussetzung gelten.
    Ältere Geräte können Miracast-fähig gemacht werden indem in den HDMI- oder USB-Anschluss z.B. ein Netgear Push2TV 3000 Adapter für 79 Euro (UVP) gesteckt wird. Weitere Infos auch hier: www.wi-fi.org
    Das Einrichten von Miracast auf einem Surface Pro 2 mit dem o.g. Netgear Push2TV hat Carola in ihrem Blog beschrieben: http://carolapantenburg.wordpress.com/2013/10/28/carola-trifft-auf-miracast/
  • Tethering („Anleinen, Anbinden“): der Windows 8.1 Rechner kann als Hotspot verwendet werden, um anderen Geräten die Internetfreigabe zu geben
  • SkyDrive/OneDrive direkt in Windows 8.1 integriert und synchronisiert nicht automatisch komplett ales offline, sondern nur Ordner nach Wunsch
  • Work Folder: Synchronisierte Ordner aus dem Firmen-FileServer (wenn kein SharePoint mit SkyDrive Pro verfügbar ist). Die Synchronisation erfolgt verschlüsselt über das Internet. Derzeit nur mit Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2.
  • Workplace Join: auch BYOD-Geräte z.B. auch ein Surface RT (8.1) oder ein Nicht-Windows Device wie das iPad, können sich an einer Domäne anmelden. Hier wird über eine Portalseite das Gerät freigeschaltet, so dass auch SingleSingOn möglich ist. Vorrausetzung hierfür ist Windows Server 2012 R2 (Active Directory Federation Services ADFS und Active Directory Domain Services in Windows Server 2012 R2).
  • Mobile Device Management: Windows 8.1 (auch für Surface RT!) verwendet Open Mobile Alliance Device Management OMA-DM Protokoll, so kann AirWatch, Mobile Iron oder Windows Intune oder SCCM genutzt werden.
  • Hyper-V Funktionen
    Im Hyper-V Manager wird beim Erstellen einer neuen Virtuellen Maschine nun zwischen Generation 1 und Generation 2 unterschieden (dies gilt natürlich auch für Hyper-V im Windows Server 2012 R2):

    Generation 2 hat folgende Neuerungen:
    UEFI-basiert: Seit Windows 8 und Windows Server 2012 kann das Betriebssystem viele Funktionen, z.B. Secure Boot über UEFI nutzen, nun auch in den VMs
    Legacy free: Viele alten Treiber, die emuliert z.B. AMI BIOS, Intel 440BX Chipset Motherboard, S3 Trio Graphics Display Adapter, Intel/DEC 21140 Network Adapter, etc., genutzt haben, wurden nun durch synthetische Treiber ersetzt.
    SCSI Boot: Direktes Booten von einer SCSI-Platte (früher war nur IDE unterstützt)
    Faster Deployment: Netzwerkbasierendes Deployment läuft wesentlich schneller (auch durch die Abschaffung der Legacy-Treiber).
    Weitere Infos zu Hyper-V unter Windows 8.1 finden sich hier: https://www.skilllocation.com/windows-server-2012-r2.html

Neue Funktionen für Security

  • Unterstützung für biometrische Lesegeräte und virtuelle SmartCards für eine Mehrfaktor-Authentifizierung
  • Defender: kann jetzt Network Behaviour Monitoring, dh aufgrund von Verhaltensmustern sicherheitsverletzende Anwendungen identifizieren
  • Remote Business Data Removal: Businessdaten können remote verschlüsselt und gelöscht werden ohne die privaten/persönlichen Daten anzugehen. Hierzu wird  Exchange ActiveSync EAS oder EAS + OMA-DM Protokoll (Open MDM) verwendet.
  • Pervasive Device Encryption: Früher war eine Geräteverschlüsselung nur in Windows RT und Windows Phone 8 integriert. Nun ist sie in allen Windows 8.1-Editionen enthalten und kann durch Bitlocker Datenverschüsselung gut ergäntz werden.

Neue Funktionen für Apps und den Store

  • Der Windows Store hat jetzt ein neues Design
  • Alle entwickelten Apps laufen weiter, aber es wird neue Schnittstellen für neue App-Funktionen geben
  • Device Lockdown / Assigned Access: Beschränkung des Zugriffs auf die im WindowsStore zugelassenen Apps

Sonstige Neuerungen

  • Unterstützung für Hybrid-Festplatten:  Die Hybrid-Information-Technik kombiniert hohe magnetische Kapazität mit mehreren Gigabyte NAND-Flash-Speicher und sorgt für kürzere Zugriffszeiten. Hybrid Information ermöglicht es dem Betriebssystem, Daten gezielt im Flash-Cache von Hybrid-Festplatten abzulegen.
  • Internet Explorer 11: wurde für den Touchscreen optimiert, für ein schnelleres Laden von Seiten, Side-by-side Browsen, etc.
  • Windows Assessment and Deployment Kit (ADK) for Windows 8.1
    Das WADK ist eine Zusammenstellung von Tools, die zum Personalisieren, Bewerten und Bereitstellen von Windows-Betriebssystemen auf neuen Computern verwendet werden können.
    – Windows Preinstallation Environment 5.0
    – User State Migration Tool 6.3
    – Windows System Image Manager
    – Deployment Image Servicing and Management
    – Application Compatibility Toolkit
    – Volume Activation Management Tool
    – Windows Performance Toolkit
    – Windows Assessment Toolkit
    Download hier.
  • Microsoft Assessment and Planning Toolkit MAP v9.0
    Downlad hier.
  • Microsoft Deployment Toolkit MDT 2013
    Downlad hier.

Windows 8.1 für Windows RT

  • Outlook 2013 RT (sieht aus wie normales Outlook 2013), wird kostenfrei für RT installiert (Hintergrund: bislang war nur die Home & Student Edition von Office 2013 vorinstalliert, die kein Outlook enthielt)
  • Mobile Device Management wie oben beschrieben
  • 3rd Party VPN-Lösungen integriert, wie oben beschrieben

Wichtige Hinweise

  • Editionsunterschiede liegen in einer sehr umfänglichen Auflistung auch hier (MS EN).
  • Ab 1. März 2014 erhalten auch Volumenlizenzkunden, die das Windows-Desktopbetriebssystem nicht mit Software Assurance lizenziert haben, Zugang zu Windows Enterprise. Kunden der Lizenzprogramme Select Plus und Open License können ab Gültigkeit der Microsoft März-Preisliste Windows Enterprise-Upgrade-Lizenzen mit und ohne Software Assurance erwerben und damit Windows Enterprise einsetzen und nutzen.

 

  • Einen Windows 8.1 Upgrade Analyzer gibt es von Microsoft hier, der überprüft, ob technisch ein Upgrade auf Windows 8.1 möglich ist.
  • DIe Preview (beta) Version von Windows 8.1 und 8.1 RT lief bis 15.1.14.
  • Ab dem 30. Oktober 2015 verkauft Microsoft die Upgrade-Packs (Media Center) für Windows 8/8.1 nicht mehr.

Systemanforderungen

Windows 8.1 wird das gleiche Architekturmodell wie Windows 8 haben, gleiches Treibermodell und gleiches Sicherheitsmodell. Und auch die gleichen Systemanforderungen. Siehe daher hier: https://www.skilllocation.com/windows-8.html

Für die 64-Bit-Installation von Windows 8.1 muss die CPU auch CMPXCHG16b, PrefetchW und LAHF/SAHF unterstützen.

Übersicht aller Downloads

Geändert am: 11. Mai 2016 von Carola Pantenburg