In einem Satz

Windows Server 2019 ist der Nachfolger von Windows Server 2016, von dem es nicht wie üblich eine R2 Version gab. Am 3.10.18 wurde Globale Verfügbarkeit bekannt gegeben.

Ausführliche Beschreibung

Der Schwerpunkt bei der Entwicklung lag auf Hybride CloudSicherheitApplikationsplattform und Hyper-Converged Infrastructure (HCI). Hiermit wird auch schon klar, dass die Zielgruppe eher die größeren Unternehmen sind, die auch in Richtung hybrid unterwegs sind.

Wichtigste Funktionen / Features

Es sind zwar neue Funktionen, aber keine neuen Rollen dazugekommen.

  • Other GUI new features from Windows 10 version 1809
  • Express-Updates sind wesentlich kleiner als die derzeitigen kumulativen Updates, und laden nur noch fehlende Aktualisierungen nach
  • Bessere Container-Unterstützung
  • Unterstützung von Kubernetes
  • Hybride Container-Umgebungen
  • Bessere Storage Spaces Direct
  •  

Windows Admin Center / Projekt „Honolulu“

Windows Admin Center ist eine Weiterentwicklung der integrierten Windows Server-Verwaltungstools. Es ist eine zentralen Konsole, die alle Aspekte der lokalen und Remoteserververwaltung konsolidiert.

Das neue Windows Admin Center, eine browserbasiertes Verwaltungswerkzeug für Windows Server, welches auch auf Windows 10 ab ver 1709  läuft:

Windows Server des Semi-Annual Channels SAC kommt ohne grafische Benutzeroberfläche aus. Hierfür steht eben das Windows Admin Center zur Verfügung, das unter dem Beta-Namen Project Honolulu geführt wurde. Es soll bestehende Administrator-Werkzeuge wie die RSAT (Remote Server Administration Tools) oder SCVMM ergänzen und nicht ablösen.

Moderne Applikationen

  • Unterstützung von Red Hat open-shift
  • Image-Optimierung für VM- und Container-Deployments auf Core- und Nano-Servern
  • Linux Container direkt auf Windows Host
  • Linux-Tools wie ssh, curl, tar
  • Windows-Subsystem für Linux (WSL)

Hybride Deployments

Azure, Azure Stack, On-Premises, Windows Server 2012 und neuer lassen sich über eine zentrale Konsole managen.

  • Einfache Verbindung mit Azure Virtual Networks
  • Storage Migration Services hilft dabei Dateiserver und Daten zu Windows Server 2019 zu migrieren bzw. auf Azure
  • Azure Active Directory Integration
  • Azure Backup Integration
  • Azure Site Recovery Integration

Hyper-Converged Infrastructure (HCI)

  • Verwaltung über zentrale Konsole WAC (Windows Admin Center) ab Windows 2016 Server
  • Hybrid Cloud integriert
  • Image-Optimierung für VM- und Container-Deployments auf Core- und Nano-Servern
  • Verbesserte Performance

Sicherheit / Security

  • Privileged Identity Management
  • Windows Defender Advanced Threat Protection WDATP
  • Windows Defender Exploit Guard
  • Linux-Server mit Shielded-VMs
  • Encrypted Subnets

 

Remote Desktop Services RDS / Terminal Server

Ja, der Terminal Server bleibt als vollständige RDS Rolle erhalten und wird sogar mit Verbesserungen ausgestattet. Die vGPU in RemoteFX wird eingestellt, dafür kommt eine GPU-Partitio­nierung. Microsoft Windows Server 2019 Remote Desktop Services / Microsoft Windows Server 2019 Terminal Server ist integraler Bestandteil von Windows Server 2019.

Achtung: Office 365 ProPlus und Windows Server 2019 RDS

Wie auf der Matrix erkennbar und von Microsoft zunächst in einem Vortrag auf der Ignite 2018 nebenbei erwähnt, wird die Installation von Office 365 ProPlus (Die Business-Variante ging aufgrund fehlender Shared Computer Activation sowieso nicht!) nicht mehr unterstützt!

Kompatibilitätsmatrix Office-Windows

Wer sich fragt, warum das so ist, sollte genauer überlegen: Microsoft möchte uns in die Cloud bringen und dazu gehört auch ein (langsames) Abschaffen der veralteten Technologie Terminal Server. Neuer und spannender ist die Variante Windows Virtual Desktop WVD, gehostet bei Microsoft Azure.

Es ging ein Schrei durchs Internet ob dieser Entscheidung, aber zunächst mal ist es kein riesiges Problem. Kann man doch mit RDS auf Windows Server 2016 bleiben und noch einige Jahre prüfen, ob mit Office 365 und eben WVD ein klassischer Terminal Server nicht eben doch mal irgendwann ausgedient hat…

Lizenzierung

Die Lizenzierung bleibt gleich wie bei Windows Server 2016. Die Begrifflichkeiten SAC und LTSC bleiben auch bei Windows Server 2019 erhalten.

Windows Server 2019 Long Term Servicing Channel (LTSC) Release sowie das Semi Annual Channel (SAC) Release erscheinen gleichzeitig.

Die „normale“ Variante wird die LTSC (Long Term Servicing Channel) sein, also ohne zweimal jährlich (Semi Annual Channel SAC) neue Funktionsupdates einzuspielen. Die SAC Versionen heißen auch nicht mehr Windows Server 2019 sondern Windows Server ver 1803 bzw. 1809.

SAC-Versionen enthalten nur die Optionen Server Core für Container Host und Image und Nano Server-Containerimage. Ein vollständiger Windows Server inklusive graphischer Oberfläche ist bei SAC nicht enthalten.

Editionen

a) Windows Server 2019 Standard Edition

b) Windows Server 2019 Datacenter Edition

c) Windows Server 2019 Essentials Edition
Es bleibt es bei dem Limit von 25 Benutzern und 50 Geräten sowie der Lizenzierung pro Serverinstanz (physisch oder virtuell).

Das 16-Core-Minimum pro Server und 8-Core-Minimum pro Prozessor bleiben bestehen.

Der Multi­Point Service wird nicht mehr enthalten sein. Windows Essential Backup entfällt ebenso.

Windows Server IoT 2019

Auf der Embedded World Konferenz am 26. Februar 2019 in Nürnberg kündigte Microsoft die Entwicklung einer weiteren Windows Server Edition an: Windows Server IoT 2019. Damit wird Windows 10 IOT Core und Windows 10 IoT Enterprise um eine weitere Komponente erweitert. Die Idee ist, einen On Premises Server zu haben, der von IOT-Devices Daten in großen Mengen handhaben kann. Funktionell entspricht er der LTSC-Standard Edition, ist aber nur über OEM mit speziellen Lizenzanforderungen zu haben.

Preiserhöhung im Oktober 2018

  •  Windows Server 2019 Standard Core Lizenzen
  • Windows Server 2019 Nutzer oder Geräte CALs + ca. 10%
  • Windows Server 2019 Remote Desktop Services Geräte CAL
  • Windows Server 2019 Remote Desktop Services External Connector + ca. 30%
Systemanforderungen

Verfügbarkeit, Versionen und Roadmap

GA am 3.10.18

Geändert am: 7. April 2019 von Carola Pantenburg