In einem Satz

Windows Server 2012 bringt wesentliche Neuerungen im Bereich der Virtualisierung (Hyper-V 3.0) sowie des Managements, der Storage-Verwaltung und auch im Endgeräte-Management (Mobility).

Ausführliche Beschreibung

Wir haben am 14.9.12 sowie am 19.11.12 ein Webinar im Rahmen unseres skilll-deals aufgezeichnet und hier zum Download hingelegt. Inkl. eines kompletten PowerPoint-Foliensatz zum Thema Windows Server 2012 mit weitaus mehr Folien als im Webinar gezeigt wurden (Besitzer eines Abonnements haben freien Zugriff!). Ein spezielles Webinar zum Thema Windows Server für KMU findet sich hier.

Windows Server 2012 Editionen

Sowohl Windows Home Server als auch Small Business Server 2011 sind abgekündigt.

Die Standard Edition weist jetzt dieselben Funktionen auf wie die Datacenter Edition und unterscheidet sich nur noch hinsichtlich der Virtualisierungsrechte, nicht mehr aber in den verfügbaren Features und Rollen. Dies bedeutet z.B., dass Cluster Services jetzt bereits in der Standard Edition integriert sind.
Detail-Infos zu Windows Server 2012 Essentials
Windows Server 2012 Essentials ist der Nachfolger von Windows Small Business Server Esentials 2011. Über die Weiterentwicklung von SBS 2011 Standard, finden sich hier Infos: https://www.skilllocation.com/windows-small-business-server-2011.html
Deutsche Infos seitens Microsoft sind derzeit noch nicht verfügbar. Aber es gibt ein englisches FAQ hier (unten auf der Seite).
Spezielle Editionen
Es wird auch nachwievor spezielle Editionen von Windows Server 2012 geben:
  • Hyper-V Server
    – Keine GUI, keine anderen Services oder Rollen.
    – Gleiche Funktionalität wie in Windows Server 2012, aber keine Virtualisierungsrechte, dh. Zielgruppe sind Kunden, ohne Windows Server in den VMs, oder VDI-Szenarien.
    – Kostenloser Download und Infos:  http://www.microsoft.com/en-us/server-cloud/hyper-v-server/default.aspx
  • Storage Server
    – Nur OEM, bereits RTM
    – 2 Editionen: Workgroup (50 Connections, 6 Disks Maximum, Single Processor, 32GB Memory Maximum) und Standard (Keine Limitierung der Connections, Disks oder des Memories, Deduplication von Dateien, Failover Clustering, BranchCache, Virtualisierungsrechte).
  • HPC Pack 2012 (AddOn-Installation)
    – High Performance Computing Pack für massiv parallele Anwendungen (Computational Fluid Dynamics, Reservoir Simulation) sowie „embarrassingly“ parallele Anwendungen (BLAST, Monte-Carlo-Simulationen)
    – Beta seit Sept. 2012
    – Kostenloser Download
    – Installation auf Compute-Knoten Windows Server 2012 Standard oder Datacenter Edition (einschließlich Server Core-Installation-Modus), Windows Server 2008 R2, Windows 8 oder Windows 7
    – Ein HPC Pack-System ist ein Cluster von Servern, das einen Head-Knoten enthält, und eine oder mehrere Datenverarbeitungsknoten (lokal oder Windows Azure-basiert). Der Head-Knoten steuert alle Zugriff auf die Clusterressourcen und ist der Single Point of Management, Bereitstellung und Job Scheduling für den Compute Cluster. Er steuert die Verteilung von Arbeit auf mehreren Computern (Computeknoten genannt).
    http://www.microsoft.com/de-de/server/hpc-server/default.aspx
  • Windows MultiPoint Server 2012
    Der MultiPoint Server 2012 ist bereits die dritte Version und in erster Linie für Lehreinrichtungen gedacht, die einen Rechner gleichzeitig mehreren Personen zur Verfügung stellen wollen, aber auch für kleine Unternehmen interessant. Benutzer haben dabei ihre eigene Windows-Umgebung unabhängig voneinander, und sind mit Monitor, Tastatur und Maus direkt mit dem Hostcomputer verbunden. WMS ist eine Multi-language Version, dh auch in DE verwendbar.
    WMS wird auf einem leistungfähigen, Virtualisierungs-unterstützendem PC ausgeführt und bietet jedem Endbenutzer eine personalisierte Windows 7/8-Sitzung auf dem Hostcomputer an (VDI oder RDS).
    http://www.microsoft.com/germany/windows/multipoint und bei uns ebenfalls näher beschrieben: https://www.skilllocation.com/windows-multipoint-server-2012.html
    – 60 Tage EVAL-Version zum Download: http://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=35821
    – Wir haben ein Webinar dazu erstellt im Rahmen des skilll-deal Paketes hier (#4)
Verkausszenarien
Die wesentlichen Neuerung von Windows Server 2012 lassen sich in folgende fünf Verkausszenarien einteilen.
Aber der Kunde hat doch Windows Server 2003?
Dann müssen alle Vorteile von Windows Server 2008 UND 2008 R2 noch angeführt werden, z.B.
  • Trustworthy Computing
  • Network Access Protection
  • Deployment per WIM (Windows Deployment Services)
  • Distributed File System Replikation
  • PowerShell
  • Server Core Installation und Rollenbasierter Ansatz
  • Überhaupt erstmal Hyper-V!
  • Vermutlich noch 32 Bit (Memory-Nachteile)
Wichtigste Funktionen / Features

Windows Server 2012 kommt mit über 300 neuen Funktionen, die vor allen in Richtung Virtualisierung Neugikeiten bringen.

Die Top Ten Funktionen sind laut Microsoft folgende:
1. Enterprise-Class Skalierbarkeit und Performance
2. Shared-NothingLive Migration
3. Hyper-V Network Virtualization
4. Hyper-V Replica
5. Storage Spaces
6. Windows PowerShell 3.0
7. Hybrid Anwendungen
8. Multitentant, High-Density Websites
9. Verbesserte Virtual Desktop Infrastructure (VDI)
10. Dynamic Access Control

Virtualisierung mit Hyper-V 3.0 & Private Cloud

  • Neue Limits
    • 640 logische CPUs pro Host
    • bis zu 4 TB RAM pro Host
    • bis zu 1 TB RAM pro VM
    • Virtuelle FibreChannel Host-Adapter für SANs
    • .VHDX als neues Format für VMs (bis zu 64 TB Dateigröße)
  • Multi-Hypervisor Management
    Unterstützung für Hyper-V, VMware, XENServer
  • Live Migration: es können nun mehrere Live Migrationen parallel durchgeführt werden (limitiert durch Bandbreite, dh. 2-3 parallele Migrationen sind wohl typisch).
  • Live Storage Migration im laufenden Betrieb: es ist nicht mehr nötig, Cluster Shared Storage mittels iSCSI zu verwenden.
  • Shared-Nothing Live Migration ist die Möglichkeit, eine VM von einem Windows Server 2012 Hyper-V-Host zu einem anderen Windows Server 2012 Hyper-V-Host zu migrieren, ohne dass diese in einem Cluster verbunden sein müssen. Bislang konnten laufende VMs nur zwischen zwei Cluster-Knoten mit gemeinsamem Storage (Cluster Shared Volume) unterbrechungsfrei verschoben werden.
  • Affinität und Anti-Affinität definiert, ob bestimmte VMs immer auf dem gleichen oder immer auf verschiedenen Knoten laufen und entsprechend Live migriert werden.
  • Failover Cluster können nun 64 Knoten enthalten, auf denen insgesamt 4.000 Hyper-V VMs gleichzeitig laufen können
    (Bislang 16 Knoten mit je max. 1.000 VMs). Auch schön: mehr konnte derzeit nicht getestet werden, dh. die RTM-Version kann durchaus noch höher liegen…
  • Priorisierung von VMs: Die Stufen Hoch, Mittel und Niedrig legen fest, welche VMs nach einer Live Migration auf einen anderen Knoten vorrangig gestartet werden müssen.
  • Dynamic Memory: Die Zuweisung von maximalem bzw. minimalem Arbeitsspeicher kam mit dem SP1 für Windows Server 2008 R2. Nun lässt sich für das Booten einer VM ebenfalls Memory festlegen, da beim Booten oft mehr RAM benötigt wird, als dann im laufenden Betrieb.
  • Ein Cluster-Knoten kann auf Click in „Wartung“ versetzt werden. Somit werden alle dort laufenden VMs automatisch auf andere Knoten verschoben.
  • NIC-Teaming: unterschiedliche Netzwerkadapter lassen sich nun ohne extra Lösung verknüpfen (über den Server Manager)
  • Hyper-V Network Virtualization
  • Hyper-V Replica: Eine VM kann komplett auf einen anderen VM Host repliziert werden, alle Stunde wird dann ein SnapShot auf den anderen Host gelegt. Somit wird eine Hochverfügbarkeit ohne Cluster und ohne SAN erreicht (Storage und Workload agnostisch). Einzige Bedingung: Der Host muss Hyper-V 3.0 ausführen.
  • Consistant Device Naming CDN: Diese BIOS-Funktion erlaubt die Vergabe von aussagekräftigeren Netzwerkadapter-Bezeichnungen.
  • iSCSI Target: Direkt mit dabei: Die Möglichkeit, Patch Management für alle Knoten eines Failover Clusters sowie BitLocker für Cluster Shared Volumes automatisiert zu organisieren.
  • Hybrid Anwendungen
    Bereit für die Cloud: Um dem Hybrid-Ansatz gerecht zu werden, hat Microsoft einen Schritt in Richtung Netzwerkvirtualisierung eingebaut: eine sichere Verbindung zwischen VMs, die On-Premise und in der Cloud laufen, so dass diese wie im eigenen Netz verwaltet werden. (IP-Adressen müssen nicht geändert werden etc.)

Management & Security

  • Neue Oberfläche
    Ob es jeder Admin haben wollen wird oder nicht. Auch Windows Server hat nun die U-Bahn-Zeichen-Oberfläche
  • Server Manager Dashboard
    Alle Server über eine Konsole zu managen erlaub Admins, mehr Übersicht zu haben und tatsächlich eine wesentlich vereinfachte Administration. Die verwalteten Server werden dabei automatisch nach ihren Rollen gruppiert.
    Remote Server Management: Da alle Server im Netzwerk hierüber sichtbar sind, können Rollen und Features auch auf anderen Servern installiert werden („The power of many servers, the simplicity of one“) oder Remote Server rebootet werden.
    Alle Verwaltungswerkzeuge, wie Active Directory oder Hyper-V Manager, sind über das Menü rechts oben „Tools“ verfügbar.
  • Active Directory Management Center: eine neue Verwaltungsoberfläche, die mit grafischer Oberfläche Aufgaben umsetzt.
    Und: Der Active Directory Papierkorb hat jetzt eine GUI (grafische Oberfläche).
  • PowerShell 3.0
    – Neue und erweiterte kleine Funktionseinheiten: 2.300+ PowerShell-Befehle (cmdlets), früher waren es 200.
    – Erweiterte Hilfe-Funktion für PowerShell.
  • Dynamic Access Control: Neuer Zugriffsschutz für Dateien über Klassifizierungs-Regeln
    Information Rights Management erlaubt, Dokumente zertifikatsbasierend zu verschlüsseln und damit vertrauliche Informationen zu schützen. Dies geht aber immer über den Anwender, der das IRM anstösst. Mit Dynamic Access Control können Serverseitig Regeln definiert werden, dass z.B. wenn das Wort „vertraulich“ im Dokument vorkommt, dieses automatisch verschlüsselt wird.
  • Cluster-Laufwerke können ebenso per BitLocker verschlüsselt werden
  • Server Core: die Entscheidung, eine gehärtete Windows Server Variante zu installieren (z.B. ohne GUI) erfolgt direkt zu Beginn und konnte mit Windows Server 2008 R2 nicht umentschieden werden. Nun kann aus einer Server Core Installation eine volle Windows Installation gewandelt werden.

Storage

  • Storage Spaces und Storage Pools
    Flexible Erstellung von Speicherpoolsund Speicherbereichen als Spiegel- oder Stripe-Sets, die sich bei Bedarf erweitern lassen.
  • Deduplizierung spart Plattenplatz indem  eine einzige Kopie identischer Daten auf dem Volume gehalten wird.
    Kann bis zu 40%-90% Platz auf DiskSpaces einsparen.
  • Thin Provisioning and Trim
    Speicher kann wiedergewonnen werden, wenn er nicht länger benötigt wird.
  • Neues Dateisystem Resilient File System (ReFS) prüft automatisch auf Korruption und repariert  sich bei Bedarf.
  • Schnelleres Chkdsk: ~300 M Files checked in weniger als 8 Sekunden.
  • Server Message Block SMB 3.0 speichert Daten von Server-Applikationen (SQL, Hyper-V) auf Windows File Shares
    Für SMB-Freigaben in Hyper-V können kostengünstige, herkömmliche Dateiserver benutzt werden, um die benötigten virtuellen Festplatten für die VDI-Implementationen zu speichern. Dies verringert die mit SAN-Infrastrukturen verbundenen Kosten und den Aufwand.
  • Einfacher JBOD-Speicher (Just a Bunch of Disk, irgendwelche Platten)
  • Hardwarefähigkeiten wie NUMA (Non-unified Memory Architecture)

Mobility

  • Virtual Desktop Infrastructure VDI
    VDI auf Basis von Hyper-V 3.0 bietet drei Bereitstellungsoptionen für die Anforderungen unterschiedlicher
    Unternehmen: Sitzungen (Sessions) sowie in einem Pool zusammengefasste oder persönliche VMs.
    Die Installations und Einrichtung erfolgt per Assistent. Die Verwaltung der VDI-Umgebung lässt sich dank Administration, intelligentem Patching und vereinheitlichten Verwaltungsfunktionen problemlos bewältigen. Funktionen
    wie Datenträgernutzung und gleichmäßige Auslastung stellen eine hohe Leistung und Flexibilität sicher, während die Unterstützung von kostengünstigem Speicherplatz und Sitzungen den Einsatz der VDI erleichtern. Zudem bietet Microsoft RemoteFX Benutzern eine funktionell umfangreiche Desktopoberfläche, mit der Möglichkeit, über beliebige
    Netzwerktypen (LAN oder WAN) verschiedene Medien abzuspielen und 3D-Grafiken, USB-Peripheriegeräte und touchbasierte Geräte zu verwenden. All diese Vorteile können auf diversen Typen von VDI-Desktops (persönliche VMs, im Pool verwendete VMs oder sitzungsbasierte Desktops) genutzt werden.
    Remote FX5: nun auch optimiert für WAN-Verbindungen (Spezielle Erweiterungen wie EOP von Quest oder Riverbed Steelhead könnten so überflüssig werden). Außerdem ist keine physische Grafikkarte im Host nötig, die RemoteFX-Unterstützung haben muss, es wird eine Software-Grafikkarte dafür bereitgestellt.
    Touch-Unterstützung in VMs
  • DirectAccess & RRAS
    DirectAccess kam bereits mit Windows 7 Enterprise und setzte den Windows Server 2008 R2 voraus. Eine Hürde war, dass der Kunde IPv6 benötigte. Dazu konnte man Forefront UAG platzieren, dass ein IPv4 in IPv6 übersetzen konnte/kann (NAT64). Diese Funktion ist nun im Windows Server 2012 enthalten:  als neue Server Rolle für DirectAccess, Routing und Remote Access (RRAS). Um Windows 7 DirectAccess an einen Windows Server 2012 zu binden, gibt es ein gratis Tool: Microsoft DirectAccess Connectivity Assistant (DCA) 2.0.
Treibende Themen
  • Virtualisierung und Private Cloud
  • Zusammenspiel mit System Center 2012
  • Endpoint Protection
  • Windows 8 Deployment und Zusammenspiel (Direct Access, Branche Cache,..)
  • VDI mit Hyper-V 3.0
  • Storage-Kosten
  • Management von Serverfarmen
  • Sicherheit von Informationen: Office 2013 wird .PDF-Dateien einfach öffnen können, um so dringender ist Dokumentenschutz per IRM und Dynamic Access Control
Cross- und Upselling
  • Windows 8
  • System Center 2012
Übersicht aller Downloads

Geändert am: 26. Juni 2016 von Carola Pantenburg